Amilovesgurumi

Ein Frosch mit einem Traum

Die Anregung für einen Frosch kam von Claudia aus Deutschland. Eines der ersten Amigurumi, die ich selbst entwarf, war ein kleiner Frosch. Nichts Besonderes, aber Daniela sah das Bild auf meiner Facebook-Seite und fragte mich, ob ich eine Anleitung für ihn hätte.

Ich stöberte in meinen schon etwas älteren Notizen und war froh, als ich sah, dass ich die Anleitung noch besaß. Aber – die Anleitung war ziemlich wirr geschrieben und ich konnte nicht mehr viel damit anfangen. Ich begann mit dem Häkeln und irgendwie landete ich dann bei diesem Frosch mit Tauchausrüstung 🙂

Er kann mit seinen Flossen stehen, vorausgesetzt ihr stopft die Beine mit genügend Füllwatte, er hat einen geöffneten Mund und – das ist wirklich neu – er kann seine Augen bewegen.

Die Augen sind im Inneren des Augenlids nicht festgenäht sondern werden allein durch das Augenlid gehalten.
Natürlich hat dieser Frosch auch eine Geschichte und die beginnt am Strand von Alexandroupolis in Griechenland.

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Habe ich euch schon von meinem letzten Ausflug zum Meer erzählt? Nein?
Dann muss ich euch die Geschichte unbedingt erzählen.

Vor ein paar Wochen, machte ich einen Ausflug ans Meer, um mich ein wenig vom Alltag zu erholen. Ich wanderte schon ungefähr eine Stunde am Strand entlang und wollte gerade den Rückweg antreten, da entdeckte ich einen Frosch.

Er saß allein auf einem Stein und starrte auf das Meer. Er schien traurig zu sein, deshalb wollte ich ihn nicht stören. Ich beobachtete ihn eine Weile, aber schließlich entschloss ich mich, ihn anzusprechen.

Vielleicht fand ich ja ein paar tröstende Worte für ihn und so neckte ihn mit den Worten: „Ziemlich großer Teich für einen so kleinen Frosch wie dich.“ Er starrte weiter auf das Meer und sagte: „Spar dir deine Sprüche, das was du hier siehst ist mein Traum.“

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„Aber du bist ein Frosch, spring einfach hinein und schwimme ein paar Runden“, erwiderte ich dann doch ein wenig erstaunt.
„Das könnte ich, aber ich will in die Tiefen des Ozeans vordringen und dort die Unterwasserwelt sehen. Ich will Tiere und Pflanzen sehen, die noch kein Frosch vor mir gesehen hat.“

„Kein Problem, ich kenne eine Lösung“, sagte ich. Er hob den Kopf und schaute mich zum ersten Mal aufmerksam an.
„Sieh mal, sagte er, ich weiß nicht, ob du es schon bemerkt hast, aber ich bin ein Frosch! Und ich sag es dir gleich, auch wenn du mich küsst, ich bleibe ein Frosch!“

Jetzt lächelte er doch ein wenig. Das gefiel mir, er hatte Humor.
Ich näherte mich ihm und spitzte meine Lippen zu einem Kuss. „Einen Versuch wäre es schon wert“, sagte ich und zwinkerte ihm zu.

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„Du teuflisches Weib, bleib da wo du bist und komm keinen Schritt näher“, er hob die Hände in die Höhe und versuchte mich zu verscheuchen.
Ich lachte nur und meinte: „Jetzt aber mal ernsthaft, es gibt eine Ausrüstung, die es auch uns Menschen ermöglicht in die Tiefen des Meeres abzutauchen.“

„Könntest du mir dabei helfen, diese Dinge zu besorgen?“ fragte er zaghaft und schaute mich ganz lieb an. Ehrlich, ich konnte einfach nicht nein sagen und sagte daher:“ Ich werde es versuchen, aber versprechen kann ich dir nichts.“

090Also machte ich mich auf den Weg in die Stadt und fragte überall nach einer kleinen Tauchausrüstung. Nach langem Suchen hatte ich doch noch ein wenig Glück.

Ich fand eine winzige Ausrüstung in einem alten Fischerladen. (Woher kam diese und wer hat sie gemacht? Nun, das ist eine andere Geschichte …) Ich kaufte sie und ging zurück zum Strand. Der Frosch saß noch dort, wo ich ihn vor ein paar Stunden zurückgelassen hatte.050 (2)

„Übrigens“, sagte er, „mein Name ist Jack.“
„Freut mich sehr, ich heiße Karin“, sagte ich und reichte ihm meinen Finger zur Begrüßung.
„Hör mal zu, Jack, ich habe was für dich gefunden und ich hoffe, du kannst damit tauchen. Ich erkläre dir kurz, wie alles funktioniert und dann kannst du mit deiner Meeresforschung beginnen.“

Seine Augen leuchteten, es dauerte nicht lange und er war bereit für seinen ersten Tauchgang.
„Danke“, sagte er zu mir, „ich werde dir nie vergessen, was du für mich getan hast.“

„Nur noch eine Sache“, sagte ich schnell, bevor er in die Fluten abtauchte. „Bitte sei sehr vorsichtig, es gibt dort unten jede Menge Tiere, die dich als Leckerbissen betrachten.“
„Weißt du“, sagte er, „ich gehe dieses Risiko ein, lieber bereue ich im Nachhinein einen Fehler, als darüber zu grübeln, warum ich dies nicht gewagt habe.“

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„Vielleicht hast du nicht mehr genug Zeit zum Bereuen, also pass auf dich auf und viel Glück!“
Er winkte kurz, dann lief er dem Meer entgegen und nach kurzer Zeit war er nicht mehr zu sehen.

Ich dachte an diesem Abend noch lange über diese Begegnung nach. Sicher, der Frosch ging ein hohes Risiko ein, aber er folgte seinem Traum, wie unmöglich dies anfangs auch erschien, letztendlich konnte er ihn doch noch verwirklichen.

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♥ Folge deinen Träumen und Amilovesgurumi! ♥

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Anleitung für Jack und die Tauchausrüstung:
Frosch Jack

4 Gedanken zu „Ein Frosch mit einem Traum“

  1. halli hallo.
    einfach fantastisch der Frosch.soo ober süss im Detail mit den Kleinigkeiten umd der schnulzigen Geschichte dazu. den aller gröasren Respekt. DANKE!!!

  2. Liebe Karin!
    Dieser Frosch ist dir wieder einmal spitzenmäßig gelungen! Auch die wunderschöne Geschichte dazu, mit ihrem fast schon poetischen Ende, ist dir sehr gut gelungen! Ich finde auch, daß man wenigstens versuchen sollte, seine Träume zu leben.
    Danke für die Anleitung!
    LG Claudia

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