Amilovesgurumi

Großvater’s Geschichte

Als ich noch ein Kind war, verbrachte ich, zusammen mit meinen Geschwistern, viele Stunden bei meinem Großvater. Er war ein guter Erzähler und wir Kinder saßen bei ihm, waren mucksmäuschenstill und lauschten seinen unglaublichen Geschichten.

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Eine seiner Geschichten gefiel mir damals besonders gut: das Märchen von den drei kleinen Schweinchen und dem Wolf. Als wir Kinder ihn fragten, warum denn der Wolf die drei Schweinchen nicht leiden konnte, erzählte er uns, wie es dazu kam:

Vor langer, langer Zeit, als die Tiere sich noch untereinander verstanden, waren die drei kleinen Schweinchen und der Wolf gute Freunde. Sie spielten friedlich miteinander und hatten viel Spaß. Sie spielten Verstecken, veranstalteten Renn-Wettbewerbe, sie hüpften über kleine Bäche und sprangen über große Steine, um zu sehen, wer am höchsten und weitesten springen konnte.

Aber mit der Zeit ärgerten sich die Schweinchen, denn jedes Mal gewann der Wolf – er war schneller, konnte höher springen und weiter hüpfen. Das war aber noch nicht genug – jedes Mal wenn der Wolf gewonnen hatte, freute er sich unbändig – er tanzte und sang und machte Witze über die Schweinchen mit ihren kurzen Beinchen.

025aEines Tages, der Wolf hatte gerade beim Wettlauf gewonnen, trieb er es mit seinen Späßen zu weit. Er sang: „Schweinchen klein, mit kurzem Bein, bist so schwer wie ein Stein.“
Da beschlossen die Schweinchen, dem Wolf einen Streich zu spielen.

Sie luden ihn zum Abendessen ein und setzten ihm verdorbenes Essen vor. Die Schweinchen aber saßen nur da, aßen nichts und beobachteten den Wolf.

„Warum esst ihr denn nichts von eurem Teller?“ fragte der Wolf und wunderte sich.
„Ach, wir haben schon gegessen und sind jetzt nicht mehr so hungrig“, antworteten sie und lachten. Und weil der Wolf großen Hunger hatte, dachte er nicht länger nach und verschlang die ganze Mahlzeit im Nu. Doch kurz darauf fühlte er sich nicht gut. Sein Bauch grummelte und gurgelte und er wurde ganz grün im Gesicht.

076Die Schweinchen grinsten und sangen: „Wölfchen schwach, liegst nun brach, hüpfst jetzt nimmer übern Bach.“
Da wurde der Wolf sehr wütend. Er sprang auf und wollte die Schweinchen fangen.

Doch gerade als er ein Schweinchen packen konnte, wurde ihm so schlecht, dass er prusten und husten musste und er hustete so stark, dass das ganze Haus zusammenfiel und alles zerstört war.

Da liefen die Schweinchen schnell davon und von diesem Zeitpunkt an lebten sie wieder eine Weile bei ihrer Mutter – und hier beginnt das Märchen von Joseph Jacobs: Die drei kleinen Schweinchen

Fortan empfand ich für den bösen Wolf etwas mehr Sympathie und sah die kleinen Schweinchen in einem ganz anderen Licht.

Ich glaube, dass mein Großvater uns Kindern damit sagen wollte, dass die Dinge nicht immer so sind, wie man im ersten Moment glaubt. Es könnte sein, dass sich hinter scheinbar Schlechtem, etwas Gutes versteckt und umgekehrt.

 

 

Die Anleitung für die Schweinchen: Die Schweinchen
Die Anleitung für den Wolf: Der Wolf

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Die Schweinchen in ihrem Haus eignen sich auch hervorragend als kleines Dankeschön für eine Einladung zum Essen. Die Anleitung für die Häuschen findet ihr hier:

Haus für das stehende Schweinchen: House 1

Haus für das sitzende Schweinchen: House 2: Teil 2a + Teil 2b + Teil 2c

8 Gedanken zu „Großvater’s Geschichte“

  1. Oh sind die süß! Danke für deine Mühe, besonders auch für die tollen Texte und auch für die Anleitungen. Vielleicht traue ich mich mal da heran… 😉

    1. Ich würde mich sooooo freuen, wenn du eines davon machen würdest. Die sind gar nicht schwer und falls du mit meiner Anleitung Probleme hast, werde ich dir gerne dabei helfen. Also, jetzt ran an die Häkelnadel … 🙂

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